SIMONE GHIN

Scharfkantig liegen sie zwischen den Wogen der zarten Seide. Fragmentarisch konstruieren sie altbekannte Landschaften und Erinnerungsorte der künst-lerischen Persönlichkeit.

Hier können sie existieren. Die zerbrochenen Glasfragmente fungieren in Simone Ghin's Werken als Sinnbilder für die fragmentarischen, persönlichen Erinnerungen der Vergangenheit und den Eindrücken des gegenwärtigen Alltages. Es sind die Landschaften aus Jugendzeiten und Reminiszenzen an menschliche Persönlichkeiten.

In einem kontrastreichen Programm von verschiedensten Werkstoffen und Farbumgängen unterstreicht Simone Ghin in Ihren Werken die Ambivalenz dieser Erinnerungen. Gegenstand ihrer Werke sind nicht selten die metaphysischen Existenzen Ihrer Protagonisten.

Simone Ghin untersucht die für Sie wesentlichen materiellen, viel mehr jedoch die immateriellen Eigenschaften der zumeist natürlichen Objekte in ihren Werken. Eine analytische Untersuchung, die sich nach Ihrer Auffassung lediglich mit dem Mittel der Abstraktion, dem konsequent ungegenständlichen Arbeiten, dem Auflösen von homogenen Formen und Farben und dem Verarbeiten von verschiedensten, kontrastierenden Werkstoffen bewerkstelligen lässt.

In ihren Andeutungen von Landschaftserinnerungen kommt dem von romantischen Traditionen geprägten Begriff der Seelenlandschaften oftmals eine erkenntlich psychoanalytische Komponente hinzu: Vereinzelt und auf subtile Weise lädt Sie den Rezipienten durch ihre Einbindung von Spiegelfragmenten, ihren speculum mundi, zur eigenen, selbstreflexiven Betrachtung ein.

nh, 2013

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